Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Weinberge umgewandelt. Der Boden iſt bald thonar⸗

tig, bald ſandig mit Schiefer vermiſcht, im Ganzen arm und unfruchtbar; in den angebauten Thaͤlern ge⸗ winnt man leidliche Heu⸗Aerndten, jedoch faͤllt im Winter aus Mangel an Futter das Vieh ab, im Som⸗ mer nimmt es wieder zu, indem man es mit dem Futter der reichen Laͤndereien hinlaͤnglich naͤhrt.

Den 24. kehrte ich von Buyukdere zu Waſſer nach Konſtantinopel zuruͤck, und ritt den 20. nach Levant Chiflik. Die tuͤrkiſchen Pferde ſind im Ganzen klein, 14, 12 13 Haͤnde hoch und gut ge⸗ fuͤttert. Das Beſchlagen der tuͤrkiſchen Pferde unter⸗ ſcheidet ſich von dem unſeren weſentlich. Der ganze Fuß wird mit einer duͤnnen eiſernen Platte belegt, ausgenommen im Mittelpunkte, wo ſich eine kleine Deffnung, ungefaͤhr einen halben engliſchen Pfennig groß befindet. Im Stalle erhalten die Pferde taͤglich ein, hoͤchſtens zwei ſparſame Futter, welches in Gerſte

und Spreu, oder in Gerſte allein beſteht; taͤglich wer⸗

den ſie auch nur einmal getraͤnkt. Ihre Streu iſt ihr eigener Koth, welcher zuvor an der Sonne getrocknet wurde.

Die Tuͤrken halten die Haut der Pferde ſehr rein und glaͤnzend. Wenn dieſe nicht geritten werden, ſind ſie in den Staͤllen beſtaͤndig an Stricke gebun⸗ den. Der Sattel kommt kaum jemals, ſelbſt im Stalle nicht, ganz vom Ruͤcken der Pferde herab. Sie