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beſtändig eine große Menge ſchoͤn verzierter Fahrzeuge hin und her.
Die Anzahl der Einwohner von Konſtantinv⸗ pel belauft ſich ſicherlich nicht uͤber 400,000. Ein großer Theil wohnt in den Vorſtaͤdten: denn kein Franke oder Chriſt darf in der ſogenannten eigentli⸗ chen Stadt wohnen. Die Franken halten ſich in Pera und Galata aufz in erſterer Vorſtadt ſind die Wohnungen aller fremden Geſandten, welche den fraͤn⸗
kiſchen Einwohnern Baͤlle und Konzerte geben.
Der Hafen von Konſtantinopel iſt fuͤr die Schifffahrt ſicher und bequem. Die Tuͤrken verwen⸗ den viel auf die außere Verſchoͤnerung ihrer Schiffs⸗ Gelb iſt die herrſchende Farbe, mit welcher ſie die Seitenwaͤnde ihrer Schiffe anſtreichen. Ihre Kauffahr⸗ teiſchiffe, welche faſt nur das ſchwarze Meer beſuchen, beißen Caiken. Durch die Unwiſſenheit und Dumm⸗
heit der tuͤrkiſchen Steuerleute geht jaͤhrlich eine große
Menge Schiffe zu Grunde. Sie wagen kaum jemals
das Land aus dem Geſichte zu verlieren.
Die Zimmer in den Haͤuſern der Luͤrken ſind im
Ganzen praͤchtig verziert. In jedem befindet ſich ein
erhohter Platz, welcher ungefaͤhr einen Fuß uͤber den Boden erhaben und 3—6 Fuß breit iſt. Auf dieſer
Erhoͤhung befinden ſich Matrazen, welche mit Zeus
oder Leinwand uͤberzogen ſind; Kiſſen liegen von ei⸗ nem Ende zum andern, und auf dem Boden iſt eine ſchoͤne Matte ausgebreitet. Die Fenſter, welche kein


