Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Die Vorſtaͤdte auf den großen Abhaͤngen der Huͤ⸗ gel haben ein ſehr romantiſches Anſehen, weil die Haͤuſer reihenweiſe auf einander gebaut zu ſeyn ſchei⸗ nen. Jedoch vermindert ſich die Groͤße dieſes Schau⸗ ſpieles in der Naͤhe, weil die große Hitze der Sonne das Holz der Haͤuſer, aus welchem die meiſten gebaut ſind, bald und vernichtet. Zwiſchen den Haͤu⸗ ſern heben Sypreſſen⸗Baͤume ihre hohen Wipfel em⸗ vor, und vermehren den erhabenen Eindruck des Gan⸗ zen gar ſehr. Die Todts er, dicht mit dieſen Baͤu⸗ men bepflanzt, machen dadarch die Seene hoͤchſt maleriſch. Bei naͤherer väterſuchung der Stadt wird der Reiſende wenig finden, was ſeine Neugierde be⸗ friedigen, oder ſeine Bewunderung erregen kann.

Der Bosporus, ein ſchoͤner Kanal, 1 14/2 Meile breit und etwa 20 Meilen lang, unterhaͤlt die Verbindung zwiſchen dem ſchwarzen Meere und dem See von Marmora, dem alten Propontis. Seine Ufer ſind hoch, und mit einer herrlichen Man nigfaltigkeit von ſchoͤnen Baͤumen und Geſtraͤuchen beſetzt, hier und da ſtehen verſchiedene Doͤrfer. Am ufer haben der Großherr, der Grol⸗Vezier u. ſ. w. ſchoͤne Kiosk zu ibrem Sommer⸗Aufenthalte. Die ufer ſind mit Weinbergen, Gaͤrten und Obſt⸗Anlagen bedeckt, in welchen man eine große Menge der ſchoͤn⸗ ſten Fruͤchte antrifft. Hier verſammeln ſich die Ein⸗ wohner, rauchen mebrere Stunden Taback, und ge⸗ nießen die friſche Luft. Auf dem Bosporus faͤhrt