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Glas haben, ſind mit Gittern verſehen. Weder Li⸗ ſche, noch Stuͤhle gehoͤren zum Hausgeraͤthe. Wenn ein Franke einen Tuͤrken beſucht, ſteht letzterer nicht auf, um ihn zu bewillkommnen, ſondern der Beſu⸗ chende naͤhert ſich ihm, und verbeugt ſich, indem er die rechte Hand auf die Bruſt legt. Der Luͤrke gibt nun ſeinem Gaſte ein Zeichen mit der Hand, ſich auf das Sopha niederzulaſſen; die Unterredung beginnt ver⸗ mittelſt eines Dragoman(Dolmetſcher). Den Hut oder die Muͤtze abzunehmen, wuͤrde einem Tuͤrken eben ſo naͤrriſch vorkommen, als es anderwaͤrts laͤcher⸗ lich ſeyn wuͤrde, wenn man vor Jemanden die Pe⸗ ruͤcke abnehmen wollte. Die Türken, große Liebha⸗ ber vom Taback⸗Rauchen, trifft man ſelten ohne eine Pfeife im Munde.
Eine unglaubliche Menge von Hunden auf den Straben Konſtantinopels, unſern Schaͤferhun⸗ den gleichend, ſind eine große Plage. Das Geheul dieſer halb verhungerten und gefraͤßigen, herrenloſen Thiere in der Nacht iſt graͤßlich. Sie verſchaffen ſich ihren ſpaͤrlichen Unterhalt aus dem Kehrichte, welches man aus den Haͤuſern wirft.
Auf den Todtenaͤckern niſtet in den Gruppen von
Dypreſſen⸗Baͤumen eine große Menge Tauben, welche
die Tuͤrken niemals zu verſtoren ſuchen. Sie ſchwär⸗ men uͤberall berum, wo ſolche Baume ſehen.
II. Den 1. Juni ließ ich mein Gepaͤck, Ati⸗ neien u. ſ. w. nach dem Dorfe Buyukdere ſchaf⸗
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