Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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nach Abend, liegen die ſchoͤnen Waſſerbehaͤltniſſe, wel⸗ che man allgemein fur die einzigen Ueberreſte von Karthago haͤlt. Die groͤßten Bogen dieſer Waſſer⸗ leitung ſind 70 Fuß hoch, und die Pfeiler dieſer Vo⸗ gen haben as Fuß im Gevierte. Dieſe unermeßlichen Waſſerbehaͤltniſſe bilden eine Reihe von Gewolben. welche nahe an einander liegen, und in ihrer ganzen Laͤnge von einem Gange eingefaßt ſind.

Der Weg von den oͤffentlichen Waſſerbehaͤltniſſen bis zum Byrſa⸗Huͤgel iſt rauch und ungleich. Am Fuße des Huͤgels iſt ein Begraͤbnißplatz und ein elendes Dorf. Der Gipfel des Burghuͤgels iſt eine ebene Flaͤche, welche mit kleinen Marmorſtuͤcken, beſaͤt und offenbar die Flur eines Palaſtes oder ei⸗ nes Tempels iſt.

Von dem Gipfel der Burg erblickt man die Rui⸗ uen Karthagos, welche zahlreicher ſind, als man gewoͤhnlich glaubt. Sie ſind den Ruinen Spartas ähnlich; nichts iſt wohl erhalten, aber ſie nehmen ei⸗ nen anſehnlichen Raum ein. Als ich ſie im Februar erblickte, waren die Feigen⸗, Del⸗ und Johannesbrod⸗ Baͤume ſchon mit friſchem Gruͤne geſchmuͤckt, großt Angeliken und Baͤrenklau bildeten ſchoͤne grüne Buͤ⸗ ſchel zwiſchen Marmortruͤmmer von allen Farben. In der Ferne ſah ich die Landenge, zwei Meere, Inſeln, ein lachendes Gefilde, blaͤuliche Seen, azurne Gebirge. Ich erblickte Waͤlder, Schiffe, Waſſerleitungen, mau⸗ iſche Doͤrfer, muhamedaniſche Einſiedeleien, Minarets⸗