Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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und die weißen Haͤußer von Tunis. Millivnen Staare, in Schaaren vereint, und leichten Wolken aͤhnlich, flogen uͤber meinem Haupte. Die groͤßten und ruͤhrendſten Erinnerungen traten vor meine Seele; ich dachte an Dido, an Sophinosbe; an Has⸗ drubals großherzige Gattin; ich uͤberſchaute die wei⸗ ten Ebenen, wo Hannibals, Seipios und Ca⸗ ſars Legionen begraben liegen; und meine Blicke ſuch⸗ ten die Stelle, wo Utika lag. Dann gingen die furchtbaren Vandalen, die leichtſinnigen Mauren vor meiner Erinnerung voruͤber, und zuletzt ſah ich den b. Ludwig auf den Ruinen Karthago's ſterben.

Zu Tunis ſchifften wir uns auf einem amert⸗ kaniſchen Schoyner ein, ſegelten am 9. Maͤrz 4607 von la Goletta ab, und ſteuerten nach Spanien. Wir erblickten dieſes am 49. nicht weit vom Vorge⸗ birge Gata, an der Spitze von Granada, ſegelten laͤngs der Kuͤſte von Malaga und warfen endlich am 27. Maͤrz, in der Bai von Gibraltar Anker.

Ich beſuchte Kadix, dann Kordova, wo ich die Moſchee bewunderte, welche jetzt Hauptkirche der Stadt iſt; durchreiſte das alte Baͤtica, welches die Dichter zum Wohnſitze des Glückes machten. Ich sing bis And ujar hinauf und kehrte wieder zuruͤck, um Granada zu ſehen. Die Alhambra ſchien mir, ſelbſt nach Griechenlands Tempeln, der Betrachtung wuͤrdig. Das Thal von Granada iſt ſehr reitzend, und bat grobe Aehnlichkeit mit dem Thale von Sparta.