Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſo ſehr bedurfte. Die Zeit des Karnevals nahte, und man dachte den Mauren zum Trotze nur an Lachen. Bei Dido's Aſche und den Truͤmmern von Kar⸗ thago ließ man framzoͤſiſche Geiger ertoͤnen. Man kuͤmmerte ſich weder um Marius, noch um Hannibal, noch um Kato von Utika; letzteren wuͤrde man als Liebhaber des Weines zum Trin⸗ ken geladen haben, wenn es ihm eingefallen waͤre⸗ die Geſellſchaft auszuſchelten. Blos der heilige Ludwig, als Franzoſe waͤre geachtet worden; aber der gute und große Koͤnig wuͤrde es nicht uͤbel aufge⸗ nommen haben, daß ſeine Unterthanen ſich an dem Drte erluſtigten, wo er ſo viel gelitten hatte.

Die Stadt Tunis(Sunes bei den Griechen und Roͤmern) liegt zwoͤlf Meilen von den Ruinen Karthagos, und faſt am Ufer eines ſalzigen Sees⸗ welcher durch den Kanal Goletta mit dem Meere in Verbindung ſteht. Die Stadt iſt mit Mauern um⸗ geben, und mag ungefaͤhr mit Inbegriff der Vorſtadt Bled⸗el⸗Hadrah, eine Stunde im Umfange ha⸗ ben. Die Haͤuſer ſind niedrig, die Straßen enge, die Waaxenbuden armſelig, die Moſcheen elend. Die Einwohner, welche ſich ſelten außerhalb der Stadt erblicken laſſen, haben ein ſtieres wildes Anſehen. Unter den Thoren der Stadt ſind die ſogenannten Siddis(Heiligen), ganz nackte Negerinnen und Neger, mit Ungeziefer bedeckt, in ihrem Unrathe ſich waͤlzend, welche unverſchaͤmt vom erbettelten Brode

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