Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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nes Gleichen nicht auf der Erde hat. Aber wie auch die Menſchen ſich anſtrengen moͤgen, ihre Nichtigkeit zeigt ſich uͤberall. Dieſe Pyramiden waren Graͤber; die Koͤnige, ihre Erbauer, konnten es, ihrer Macht ungeachtet nicht dahin bringen, hier ihre Ruheſtaͤtte zu finden, und haben ihre Graͤber nicht genoſſen. Während meines Aufenthaltes zu Kahira beſah ich die Stadt. Aber ein Mibgeſchick verhinderte uns, die Pyramiden zu beſuchen; denn das Waſſer des Ni⸗ les war noch nicht genug gefallen, um eine Reiſe zu Pferde nach den Pyramiden zu geſtatten, und ſchon zu niedrig, als daß wir uns zu Schiffe denſelben haͤt⸗ ten naͤhern koͤnnen. Noch 3 4 Wochen zu warten, erlaubten meine Umſtaͤnde nicht. Mein Schickſal wieß mich nach Alexandria zuruͤck, und ich mußte. mich damit begnuͤgen, die Pyramiden wenigſtens mit meinen Augen geſehen zu haben, da es mir nicht ver⸗ goͤnnt war, ſie mit meinen Haͤnden zu beruͤhren. Ich gab dem Herrn Kaffe den Auftrag, meinen Namen bei der erſten Gelegenheit auf dieſe großen Grabmaͤler zu ſchreiben. Man muß ja alle kleinen Reiſepflichten erfuͤllen. Ließt man nicht gerne auf den Druͤmmern der Memnon⸗Saͤule die Namen der Roͤmer, welche ſie bei erſtem Strahle der Morgenroͤthe ſeuf⸗ zen hoͤrten? Jene Roͤmer waren wie wir,Fremdlinge in Aegyten, und wir weiden, wie ſie, voruͤbergehen. Auf unſerer Ruͤckreiſe nach Alexandrien ent⸗ gingen wir in dem großen Arme von Roſette mit