Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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mich: denn ich fand hier ganz meine luiſianiſchen Fluͤſſe, und meine amerikaniſchen Ebenen wieder, und wünſchte mir auch die Waͤlder wieder zu finden, wo ich den erſten ſchoͤnen Taͤuſchungen des Lebens mich uͤberlaſſen hatte. Auf unſerer Fahrt von Roſette nich Kahira brachten wir ſieben langweilige Tage zu. Wir hielten oft ſtill, um Albaneſen an Bord zu nehmen, deren Unverſchaͤmtheit und Roheit wir uns gefallen laſſen mußten. Dieſe, halb Muhametaner, halb Chriſten,

riefen: Muhamet! und Jungfrau Maria! zogen einen

Noſenkranz hervor, ſprachen einige franzoͤſiſche Zoten, ſtuͤrzten ganze Kruͤge voll Wein herab, ſchoßen in die Luft, und traten Chriſten und Muhametaner mit Fuͤßen.

Als wir aus dem Kanal von Menuf kamen, und den Fluß hoͤher hinauf fuhren, ſahen wir links den Gipfel des Berges Mokattam, und rechts die hohen Duͤnen der lybiſchen Sandwuͤſten. In dem weiten Zwiſchenraume, welcher dieſe beiden Bergket⸗ ten trennt, entdeckten wir bald den Gipfel der Py⸗ ramiden, von welchen wir noch uͤber zehn Stun⸗ den entfernt waten. Der Nil, damals noch einem kleinen Meere gleichend, die Abwechslung ſandiger Wuͤſten mit friſch gruͤnenden Gefilden, die Palmen, Sykomoren, Dome, Moskeen und Minarete von Ka⸗ hira, die fernen Pyramiden von Sakarah, woher der Fluß, wie aus ungeheueren Behaͤltniſſen zu ſtroͤ⸗ men ſchien; Alles dieß bildete ein Gemaͤlde, das ſei⸗