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frieds v. Bouillon geholt; zwei Geiſtliche ſtan⸗ den mir zur Seite, und hielten dieſe ehrwuͤrdigen neberreſte.
Nach den gewohnlſchön Gebeten und Fragen legte mir der Grabhuͤter die Spornen an, und gab mir mit drei Schwertäreichen den Ritterſchlag. Die Moͤnche ſtimmten hierauf das:„Herr Gott, dich loben wir“, an.
Dies iſt freilich nichts mehr, als Erinnerung an laͤngſt verſchwundene Sitten. Aber bei dem Gedanken, daß ich zu Jeruſalem war, in der Kirche des Kalvarienbergs, zwoͤlf Schritte von dem Grabe des Heilandes, dreißig von der Ruheſtaͤtte Gottfrieds v. Buillon, daß ich die Spornen des Befreiers des heiligen Grabes trug, daß ich das lange Eiſenſchwert beruͤhrt hatte, welches einſt von einer ſo edlen biedern Hand gefuͤhrt wurde, bei dem Gedanken an alle dieſe Umſtaͤnde, an mein unſtaͤtes Leben, meine Irrfahrten zu Land und zur See, wurde ich ſebr geruͤhrt. Die Feierlichkeit war uͤberdies nicht ganz ohne Sinn und Bedeutung; ich war ein Fran⸗ zoſe, wie Gottfried v. Bouillon, und die Be⸗ ruͤhrung ſeiner alten Waffen hatte mir eine neue Liebe fuͤr den Ruhm und die Ehre meines Vaterlandes ein⸗ gefloͤßt. Ich war freilich wohl nicht ohne Tadel, aber heut zu Lage kann jeder Franzoſe von ſich ſagen, daß er ohne Furcht ſey.
Mit einem glaͤnzenden Ritterbriefe gab man mir


