Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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Negroponte kommen, ſehen die Burg nicht. Die aufgehende Sonne erleuchtete die mir gegen uͤber lie⸗ gende Burg. Die Kapitaͤler der Propylaͤen, die Saͤulen von dem Parthenon und dem Tempel des Erechteus, die Schießſcharten einer mit Kanonen beſetzten Mauer, die gothiſchen Truͤmmer chriſtli⸗ cher Gebaͤude, und die verfallenen Haͤuſer der Tuͤrken lagen, eine verwirrte Maſſe durcheinander.

Die zwei kleinen Huͤgel, Amhesmos und Mu⸗ ſeum, erhoben ſich noͤrdlich und fuͤdlich von der Akropolis zwiſchen dieſen am Fuße der Akropolis, ſah ich Athen vor mir liegen. Die platten Daͤcher der Haͤuſer, abwechſelnd mit hohen Minareten, mit Zyoreſſen, Truͤmmern und einzelnen Saͤulen, die Kup⸗ peln der Moſcheen mit großen Storchneſtern gekroͤnt, machten in den Strahlen der Sonne eine angenehme Wirkung. Auch in ſeinen Truͤmmern erkannte man Athen noch wieder, aber das Ganze ſeiner Gebaͤude und der Beſchaffenheit ſeiner Denkmaͤler verriethen zugleich, daß Minerva's Stadt nicht mehr von Minerva's Volk bewohnt war.

Die Ebene, auf welcher Athen liegt, wird von Bergen umguͤrtet, welche bis an das Meeresgeſtade laufen. Ich uͤberſchaute dieſelbe von dem Berge Poͤ⸗ kile, wo ſie mir in drei Striche getheilt ſchien, welche parallel von Mitternacht gegen Mittag laufen. Der erſte mir am naͤchſten gelegene, war unbebaut, und mit Haidekraut bewachſen; der zweite urbares Land;