Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

£.

Die Berge, die bald amphiteatraliſch geſtaltet, gewaͤhrten ein angenehmes und erhabenes Schauſpiel⸗ oder wenn ſie ſteil waren, zeigten bald wieder dem Auge furchtbare Abgruͤnde, die mit Schrecken fuͤllten. Thaͤler und Fluͤſſe verſchwanden, und kamen wieder. Der Helicon und Parnaß lagen prachtvoll zur Seite; die Felder zeigten den Fleiß, den man auf den Bau des Weines und der Baumwolle verwendete. Rechts die Ueberreſte von Thespia, Praxiteles Werkſtatt. Je mehr man ſich Livadien naͤhert⸗ deſto mehr ſenken ſich die Gebirge, deſto wegſamer werden ſie.

Serofani wurde von dem Primas Livadiens

oder Lebadeias, wie es auch noch heißt, außeror⸗

dentlich gut aufgenommen. Li? adia liegt am Fluße Herzyna, und war einſt durch ein Hrakel des Tropho⸗ nios beruͤhmt. Der Fluß Herzyna hatte ehemals zwei Ar⸗ me, von welchen der eine Lethe, der andere Mnemo⸗ ſyne hieß; aus dieſen Fluͤßen tranken die Orakelfrager, ehe ſie Antwort erhielten. Der berhmte Lambro Ca⸗ zioni iſt in Livadia geboren, der mit dem tuͤrkiſchen Reiche Krieg füͤhrte, und einmal die tuͤrkiſche Flotte mit fuͤnf kleinen Fahrzeugen und 120 Mann Soldaten faſt vernichtet haͤtte.. Nördlich von Livadia liegen Arkomene und Cheronaa, welches heut zu Tage zwei Doͤrfer,

7) Vielleicht Orchumenos.(D. B)