Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſtus groͤßer, als Moſes; und daß Mohamed groͤ⸗ ßer, als Chriſtus ſey; daß jedoch noch ein groͤßerer, als Mohamed geboren werden koͤnne. Bis jetzt ſey dieſer nicht da, und komme er einmal, ſo werde er aus Arabien, aus einem Derwiſchkloſter kom men. Dethalb duͤrfen auch dieſe Derwiſche jedes Frauenzimmer nach Belieben liebkoſen.

Uebrigens werden ſowohl von dieſen Moͤnchen, als auch ſonſt unter den Tuͤrken, die Wiſſenſchaften wenig oder gar nicht gepflegt, weil ſie nichts nutzen nach der Meinung der Tuͤrken.

Jeder Beiirk hat ſeinen Mollha oder Pfarrer, nebſt noͤthigen Vikarien. Dieſe Diener wohnen der Beſchneidung und den Leichenfeierlichkeiten zu ihrer eigenen Stunde bei.

Sobald Jemand geſtorben, wird er an allen Or⸗ ten des Leibes raſirt, und mit Alve durchraͤuchert, um die boͤſen Geiſter von ihm auszutreiben. Die Maho⸗ medaner glauben naͤmlich, es kaͤmen zwei Engel vom Himmel, und ſellten den Todten in der Gruft auf⸗ recht, um zu ſehen, ob er rein ſey. er rein, ſo kommt er in das Paradies; iſt er nicht rein, ſo wird er von den unterſuchenden Engeln zwei ſchwarzen En⸗ geln uͤbergeben, damit dieſe ihn veinigen.

Wenn der Todte begraben wird, ſo beſiehlt der Mollha den Anweſenden Stille, faͤllt auf die Knie, legt ſich mit dem Ohr auf die Erde, und lauſcht, wie die Seele des Verſtorbenen die Fragen der Engel be⸗