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oder Richter gehen, und von ihren Pantoffeln das Unterſte zu Dben hinſetzen. Die Eltern der Frau ge⸗ ben dem Manne kein Heirathsgut mit; hingegen muͤſſen die Eltern des Mannes der Frau eine Mitgift auszahlen. Nach der Einſegnung des Prieſters wird die Frau im Tri⸗ umph in das Haus ihres Gatten gefuͤhrt, an deſſen Thuͤre ſich die Eheleute zum erſten Male ſehen. Der Mann ſteigt zuerſt in das Hochzeitbett, hernach wird die Frau zu ihm gefuͤhrt. Am erſten Hochzeittage bringen dann junge Maͤdchen einen Guͤrtel, der ſo feſt iſt, und ſo viele Knoten hat, daß man oft zwei und mehr Stun⸗ den braucht, um ihn aufzuknuͤpfen. Dieſes Geſchaͤft muß der Mann verrichten, der ihn weder zerreißen, noch zerſchneiden darf.
Der Koran verdammt den Ehebruch; der aber, der ſeine Frau des Ehebruchs beſchuldigt, ohne ihn be⸗ weiſen zu koͤnnen, bekommt hundert Stockſchlaͤge. Sind keine Zeugen vorhanden, ſo muß der Mann fuͤnfmal ſchwoͤren. Zum letzten Schwure ſetzt er dann hinzu; wenn ich nicht die Wahrheit rede, ſo will ich vor Gott verflucht ſeyn!— Die Frau darf ſich durch fuͤnf Eide rechtfertigen, und im letzten ſagt ſie noch hinzu: Gott, laß mich ſer⸗ ben, ſo mein Mann die Wahrheit ſagt!
Die Muſelmaͤnner haben zehn bis zwoͤlf Moͤnchs⸗Brden, die ſich blos mit Beten beſchaͤftigen, und von Almoſen leben. Sie glauben, daß Moſes ein groͤterer Prophet, als Abrahamß daß Chri⸗


