Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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Zu ſeiner groͤßten Schande war es eine roͤmiſche Kolonie, die dieſe Stadt nach der Zerſtoͤrung durch Mum⸗ mius wieder bevoͤlkerte.

An den alten Glanz und an den prachtliebenden Charakter der Korinther erinnert heut zu Tage nichts mehr. Was noch davon zu ſehen iſt, ſind etwa zwoͤlf Saͤulen, welche einſt zu einem Apollo⸗Tempel gehoͤrten, und ihrer Form nach dem grauen Alter⸗ thume angehoͤren moͤgen. Vielleicht ſtammen ſie noch aus jener Zeit, wo man in Korinth, ſo wie bei den erſten Voͤlkern der Erde, die Sonne angebetet hat. Von dem Tempel der Pallas Chalinitis, vom Gymnaſium, vom Theater iſt nichts mehr da; eben ſo wenig von dem Hauſe Timoleon's, und von der Schule des Dionyſius. Die Quelle Lerna, wo die Korinther im Sommer friſches Waſſer holten, befindet ſich noch in einem Winkel des Bazars, und dient jetzt den Luͤrken zu ihren religid⸗ ſen Reinigungen und zum Abwaſchen der Gemüſe.

Sehenswerth iſt die kleine St. Pauls⸗Kirche⸗

am Fuße der Feſtung. Hier lebte der Apoſtel im Dunkeln, und trieb nebſt der Aquilia und Pris⸗ eilla ſein Handwerk, welches im Gerben von Fellen zu Zelten oder Teppichen beſtand. Hier ſing er noch an das Evangelium zu predigen; hier brach er voll Eifers gegen die Goͤtzenbilder los, und ſchaffte ihren frevelhaften Dienſt ab. Von hier verbreitete ſich das erſte Licht des Chriſtenthums nach Achaja hin⸗