Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

134

Landenge, die man mehrmals zu durchgraben ſchon vergeblich bemuͤht geweſen iſt.

Die ungeſunde Luft daſelbſt wird der haͤuſig wach⸗ ſenden Wolfsmilch, oder dem Kerzenkraut zu⸗ geſchrieben, entſteht aber wohl eher von einigen nicht ausgetrockneten Teichen ſtehenden Waſſers.

Die erwaͤhnte Erdzunge iſt ſechs Meilen breit, und wurde deßhalb von den Alten Hermillia genannt. In der Laͤnge haͤlt ſie acht italiaͤniſche Meilen. Sero⸗ fani ging durch das Dorf Drnea, welches im Mit⸗ telpunkte liegt, und kam ſo auf dem hoͤchſten Punkte an, wo er nach Belieben den Umfang der Landenge uͤberſehen konnte. Rechts lagen die Ruinen von den doppelten Mauern des Kaiſers Komnenus, welche die Landenge von dem Hafen Lechaon bis nach Kenchreaͤ einſchloſſen. Links waren Delbaͤume, Weinberge, Ueberreſte von Dempeln und andern Ge⸗ baͤuden; etwas weiter davon andere merkwuͤrdigere Ruinen, der Neptuns⸗Tempel, der des Palaͤ⸗ mon, des Portumnus, zu deſſens Ehre The⸗ ſeus die iſthmiſchen Spiele ordnete, mit welchen Korinth's Freiheit, Glanz und Groͤße gefallen und geſtiegen iſt.

Endlich betritt der Reiſende Korinth ſelbſt von der Seite, wo ehemals die Grabmaͤler der beruͤhm⸗ ten Lais und des Cynikers Diogenes ſtanden. Korinth iſt jetzt nichts, als ein kleiner Flecken von hoͤchſtens 4000 Einwohnern, und heibt jetzt Korto⸗