Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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gen Freunde etwas bekommen. Am dritten Tage nach der Geburt wird ſie gebadet. Die Morgenlaͤnderinnen gebaͤren leicht. Zuweilen ſind ſie ſchon entbunden, ehe die Amme kommt. Mit vieler Muͤhe war eine Saͤugamme fur das Kind des Geſandten aufzubringen. Einem Knaben wird die Bruſt 2 Jahre und 2 Monate, einem Maͤdchen nur2 volle Jahre gegeben. Am Tage der Entwoͤhnung des Kindes wird es in die Moſchee gefuͤhrt, und nach Verrichtung gewiſſer andaͤchtiger Gebraͤuche den Freunden und Verwandten zu Hauſe ein Feſt gegeben.

Die perſiſchen Ammen erſtaunten uͤber die Art, wie wir unſere Kinder behandeln. Sie nehmen den ihrigen kaum die Binde, mithin verunreinigen ſie ſich bald. Sie legen den Kindern Surmeh auf die Au⸗ gen, und faͤrben ihnen Haar und Haͤnde mit Khena. Auch verwahren ſie dieſelben gegen den Scheelblick durch Kloͤpfel von Tuͤrkis⸗Farbe, oder durch Stellen aus dem Khoran in Beutelchen genaͤht.

Des Geſandten Kind ward von dem ehrwuͤrdigen Henry Martyn getauft, welcher neulich aus In⸗ dien zu uns gekommen war. Einen unſerer Taufe ganz entſprechenden Gebrauch haben die Perſer nicht; aber einen andern haben ſie, Schel⸗bi⸗Khair(„ſey die Nacht gnaͤdig“), um dem Kinde einen Namen zu geben. Reiche Vaͤter laden ihre Freunde und einige Mollahs zu einem Mahle, Auch das Kind wird in die Melis(Geſellſchaft) gebracht, und neben einem