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der Koͤnigin war ihre ſchoͤne Tochter, deren gewoͤlbte Augenbraunen uͤber der Naſe mit einem großen ſchwar— zen Striche verbunden, und deren Augenlieder Winkel ſtark mit Spießplanz gefaͤrbt waren. Das Gemach, in welchem der Beſuch angenommen worden, war vorne ganz offen, ruhte auf zwei Saͤulen, und war mit einem breiten Vorhange verſehen. Man hatte die Anſicht in einen viereckigen, mit Mauern umgebenen, mit Blumenbeeten, Kanaͤlen, Waſſerbecken, Baum⸗ reihen verzierten Hof. Laͤngs des Randes des Kana⸗ les ſtanden die Frauen des Fuͤrſten in Reihen; keine war ſchoͤn, aber ihre Kleidung reich mit Edelſteinen geſchmuͤckt. Das Kleid der Königin wurde durch die eingeſtickten Juwelen ſo ſchwer, daß ſie ſich kaum bewegen konnte. Ihre Beinkleider waren mit Perlen ſo geſpickt, daß ſie einem Stuͤcke Moſaik glichen. In⸗ wendig wattirt, außen von Goldſtoff ſteif, ließen ſie keinen Umriß der Lenden bemerklich werden. Zucker⸗ werk, Fruͤchte und Scherbet wurden in goldenen Ge⸗ faͤßen aufgetragen. Kaleuns wurden aus Achtung gegen die Geſandtin nicht gebracht, weil ſie keinen Rauch vertragen konnte. Am Tage nach dem Beſuche ſandte die Koͤnigin der Tochter der Geſandtin und deren 2 Madchen Kalaats(Kleider), unter welchen ſo ſteife Beinkleider von Brokad waren, daß ſie in der Mitte des Zimmers frei ſtehen konnten.
Waͤhrend unſeres Aufenthaltes zu Schiras be⸗ ſuchte ich das Grabmal des Dichters Saadi, zwei
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