Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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Die Stadt Teheran, die gegenwaͤrtige Haupt⸗ ſtadt Perſiens liegt nach Cireummeridian-Hoͤhen unter 350 40 N. Br.; hat 6 Thore, und iſt mit Mauern umgeben. Deheran iſt ein ungeſeder Ort auf einem ſchmutzigen feuchten Boden.

Von Teheran kamen wir am 14. Mai nach Sultaniſeh, wo unter den Druͤmmern dieſer alten Stadt das ungeheure Gebaͤude, welches das Grab des Sultan Mahomed⸗Kodabendeh und 6oo Jahre alt ſeyn ſoll, in die Augen faͤllt. Gegenwaͤrtiger Koͤ⸗ nig hat unternommen, zu Sultanieh eine neue Stadt zu gruͤnden, welche Sultanabad heißen ſoll.

Tabriz iſt nicht mehr die praͤchtige Stadt, wie ſie Chardin beſchreibt; ihre ſchoͤnen Gebaͤude ſind umgeſtuͤrzt durch Erdbeben. Der ſogenannte ſchoͤne Marmor von Tabriz kommt nicht von dieſer Stadt, noch aus einem eigentlichen Steinbruche, ſondern er wird in ungeheuern Bloͤcken an den ufern des Sees Schahi gefunden; letztere liegt nicht weit von der Stadt Merogheh.

Waͤhrend unſeres Aufenthaltes in dieſer Stadt beſuchte uns der Prinz Abbas Mirza Dieſer Be⸗ ſuch koſtete 13,000 Thaler, weil der Fuͤrſt ſeinen gan⸗ zen Hofſtaat mitbringt. Wenn er abſteigt, werden uͤberall, wo er hingeht, Schwals und Gold⸗Stoffe vor ihm ausgebreitet. Dieß iſt ein Theil der Zermo⸗ nie, welche Pae⸗Endaz genannt wird. Am1. Junt 1809 reisten wir weiter.