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neter Maͤnner und Reiter den Geſandten durch ene Salve, deren Schall die benachbarten Berge zumck⸗ gaben. Die Berge, welche wir uͤberſtiegen, werden bun⸗ ruhigt gewoͤhrlich von Naͤuber-Banden, Memmeh⸗ Sunni genannt. Zu Derihs trafen wir eine Menge tanzender und uns auf gewohnliche Art be⸗ gruͤßender Männer. Auf den Daͤchern feierten die Frauen unſere Ankunft durch eine Art hohen un? zit⸗ ternden Geſanges. Wir warfen ihnen einige Geld⸗ ſtuͤcke hin.
Eine Stunde von Kozeruhm fuͤhrte ins der Gruvernenr in die Stadt. Eine mit Kandis⸗Zucker gefuͤllte Bouteille ward unter den Fuͤßen des Geſand⸗ ten zerbrochen; eine Ehre, welche in Perſien nur Per⸗ ſonen von koͤniglichem Gebluͤt wiederfaͤhrt. Eine un⸗ geheure Menge Volkes war zu unſerm Empfang ver⸗ ſammeit. Fechter zeigten vor uns ihre Fertigkeit; Un⸗ ruhe und Verwirrung hertſchte auf allen Seiten.
Bei 2 Graͤbern vorbei, gelangten wir an das Beitt eines Gießbachs, uͤber welchem einſt eine Waſſer⸗Lei⸗ tung gebaut war. Die Ausdehnung der Ruinen von Schapur iſt gegen Suͤd durch einen ſchoͤnen Strom begrenzt. Seine Quelle liegt unter dem Wege, welcher hier gemauert, und durch Truͤmmer eines alten Ge⸗ baͤndes unterſtuͤtzt wird.
Nachdem wir uͤber dieſe Quelle weggekommen wa⸗ ren, befanden wir uns auf den Ruinen von Schapur⸗
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