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Mitte der Stadt wohnen in einem abgeſonderten Duartiere die Inden in der groͤßten Unterwuͤrſig⸗ keit; ſie ſind des Todes, wenn ſie dem geringſten Mohren fluchen, oder nur die Hand gegen ihn auf⸗ heben. Den Schlaͤgen und Verfolgungen der Gaſſen⸗ jungen koͤnnen ſie nur durch ſchnelle Flucht entgehen. So oft ſie bei einer Moſchee voruͤber gehen, muͤſſen ſie ihre Schuhe abziehen, und beſtaͤndig ſchwarze Klei⸗ der und Muͤtzen tragen. Es iſt ihnen auch verboten⸗ auf Pferden zu reiten.
Die Mohren in Miquenes ſind weit artiger, als in den ſdlichen Provinzen; ſie ſind hoͤflich gegen Fremde, und laden ſie in ihre gut angelegten Gaͤrten ein. Die Frauenzimmer in dieſem Theile des Reiches ſind ſehr ſchoͤn, von ſehr weißer Farbe, und haben ſchoͤne ſchwarze Augen und huͤbſche Zähne.
Muley Ismael ſoll 700 maͤnnliche Kinder ha⸗ ben, deren ſchaͤndliches Benehmen Busnot ſchon bemerkt hat. Wenn die Mutter ſtirbt, oder in Un⸗
gnade faͤllt, ſo iſt der Sohn ein Bettler, und wird von Niemand geachtet.
Der Boden, welcher einen hundertfaͤltigen Ertrag abwerfen koͤnnte, wird nur in ſo weit bebaut, als er fuͤr die Nothdurft eines jeden hinreicht. Denn die Furcht, durch einen habſuͤchtigen Paſcha ſeine einge⸗


