Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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hoͤflich empfangen. Er zeigte uns einen ſchoͤnen gro⸗ hen Loͤwen, welcher ſo zahm war, daß er mit ſich ſpielen ließ. Ferner mußten zwei Hunde zu unſerer Beluſtigung mit einander kaͤmpfen. Wie ich dieſem Auftritte zuſah, ſtahl mir einer von der Wache des Prinzen meinen Geldbeutel, obgleich ich ſehr nahe bei dem Prinzen ſtand. Von einem andern Prinzen, Mu⸗ ley Ali, wurde unſer Geſandte mit großer Pracht aufgenommen, und herrlich bewirthet. Auf die Bitte

Sir Stuart's, ein berberiſches Pferd nach England mitnehmen zu duͤrfen, antwortete der Prinz:er wolle ihm ſelbſt eines ſchenken, und ſicher an Bord bringen laſſen. Dieſe Hoͤflichkeit nahm Sir Stuart an, und verehrte demſelben eine ſchoͤne goldene Uhr mit Kette und Pettſchaft. Muley Ali hat einen großen Vorrath von Glocken, Uhren und chineſiſchem Porzellain, und in ſeinen Staͤllen eine Menge der ſchoͤnſten Pferde.

Die Stadt Miquenez, ungefaͤhr ſechs teutſche Meilen weſtlich von Fez, war, ehe ſie Muley Is⸗ mael zum Sitze ſeiner Reſidenz erhob, ein unbedeu⸗ tender Ort. Nach Leo, dem Afrikaner, ſoll ſie vor 200 Jahren eine große und reiche Handelsſtadt ge⸗ weſen ſeyn; durch die unaufhoͤrlichen innerlichen Kriege verfiel ſie jedoch gaͤnzlich. Sie liegt in einer anmu⸗ thigen Ebene, und hat eine geſunde Luft, weßhalb ſie Jsmael der Stadt Fez vorgezogen hat. In der