Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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Friedens hwiſchen England und Marokko ausein⸗ andergeſetzt hatte, willigte der Kaiſer in die vorge⸗ ſchlagenen Bedingungen, und ſagte zu Sir Stuart:

Ich ſchenke dir neun gefangene Chriſten zum Fruͤh⸗ ſtͤcke, welche du dir ſelbſt ausſuchen kannſt. Nach dieſen Worten ſprach er mit dem Baſſa von De⸗ tuan, welcher ſich zur Erde warf, dieſelbe nahe an den Fuͤßen des kaiſerlichen Pferdes kuͤßte, und ruck⸗ waͤrts auf ſeinen vorigen Platz trat. Dieſe Ehrenbs⸗ zeugung erweiſen die Mohren dem Kaiſer ſehr oft, wenn er ſich mit ihnen unterhaͤlt.

Muley Ismael iſt in Ruͤckſicht ſeines hohen Alters noch ſehr munter. Er iſt von mittlerer Groͤße, hat keine Zaͤhne mehr, und eine lange und ſchmale Naſe. Er huſtet ſehr, ſein Speichel wird immer von einigen Dienern in einem Tuche aufgefangen. Sein Bart iſt duͤnn und weiß, die Augen haben von ihrer ehemaligen Lebhaftigkeit etwas beibehalten, die Wan⸗ gen aber ſind ſehr eingefallen. Seine Schwarzen hal⸗ ten die Fliegen vermittelſt eines Tuches ab, und dre⸗ hen den Sonneſchirm unaufhoͤrlich uͤber ſeinem Haupte. Der Sklave, welcher ihn haͤlt, richtet ſich ſorgfaltig in ſeinen Wendungen nach dem Pferde, damit ja kein Sonneſtrahl auf das kaiſerliche Haupt fallen moge.

Als wir vom Kaiſer Abſchied genommen hatten, wurden wir auf ſeinen Befehl in den Palaſt gefuhrt. Wir kamen zuerſt in ein großes langes, viereckiges Gebaͤnde, in welchem eine der kaiſerlichen Gemahlin⸗

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