Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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ner, welche ſich von Fiſchen, Wurzeln und derglei⸗ chen naͤhrten, nie Ackerbau treiben kounten wegen der Beſchaffenheit ihres Bodens, und daher alch zu keinem Grade der Kultur kommen konuten, der der Rede werth geweſen. Aehnliches Schickſal hatten felbſt noch einige Staͤmme in Unter⸗Aeghtel⸗ ſwo es zu ſumpfig war. Auch hier konnte die Meuſch⸗ heit nicht wöter, als bis zu der Kultur der Vieh⸗ zucht gelangen. Dieß war indeſſen für viele Menſchen ſchon ein genuͤgender glucklicher Zuſtand.

Es fehlte in Aegypten ſehr an Bauholz. Die⸗ ſer Mangel hatte einen doppelten Einfluß auf die Rativnal⸗Bildung. Dadurch waren die Aegypter ver⸗ hindert, trotz der dazu ganz herrlichen Lage ihres Lan⸗ des, ein großes Schifffahrt und Handel treibendes Volt zu werden. Dann mußten ſie mit Steinen bauen lernen, und das veranlaßt die Erfindung vieler Kuͤnſte. Der gemeine Mann machte ſich freilich Hütten aus Schilfrohr; aber der Reichere benutzte die Steinbruͤche, und ließ ſich auf den Nil⸗Kanälen die zu Bauten us⸗ thige Steine mit leichter Muͤhe und mit geringen Ko⸗ ſten herbei ſchaffen. Durch dieſen Mangel an Bau⸗ holz, und durch dieſen Ueberfiuß an Steinen mußte ſich in dem Nil⸗Thale fruhzeitig eine hohe Kultur einfinden.

Eben ſo vortheilhaft zu fräher Entwicklung der Humanitaͤt war die wenige Muͤhe, mit welcher der ckerbau verbunden war. Man dupfte ja nicht pfluͤ⸗ gen, nur in den Nil⸗Schlamm ſaͤen und ernten. Aber auf Waſſerbau⸗Kunſt mußte man denken, um den Ackerbau zu ſichern Welche Kuͤnſte mußten dadurch⸗ geweckt werden! weberhaupt weckte die gauze Nntür um den Aegypter herum ſeine Geiſteskräfte. Die pe⸗ rodiſchen Eigenſchaften des Nils gewoͤhnten ihn an Aufmepkſamkeit, und die Leichtigkeit, mit welcher er

ſeine Beduͤrfuiſte befriedigte, gab ihm Muße, den