huͤlfe menſchlicher Kunſt. Auf dieſe Weiſe entſprang vielleicht der Mythus, daß Aegypten ſeinen Ur⸗ ſorung der Liebſchaft des Nils mit der ſchönen Mem⸗ phis verdanke, wie auch alle alte Nachrichten eine ſolche Entlehungsart des Delta melden. Dazu kommt, daß der Strom noch jetzt bei ſeinem Ausfluſſe unaufhorlich Land anſetzt. Das Erdreich im Delta iſt auch ganz verſchieden von dem im übrigen Aegy p ten. Dieſes alles aber bleibt nur Vermuthung. Den Namen füͤhrt dieſer Theil Aegyptens von der Aehn⸗ lichkeit ſeiner Geſtalt mit dem griechiſchen Buchſtaben Delta, der ein Dreieck bildet. Dieſes Delta bil⸗ det eine Flaͤche, uͤberall mit Seen bedeckt und von Kanaleu durchſchnitten. Es iſt angefuͤllt mit Stadten und Doͤrfern, welche einander ganz nahe liegen, und die uͤbrige Ebene ſcheint gleichſam eine Reihe von Gärten zu ſeyn, die zu den Brreu gehorcn. Auch kein Fleckchen Erde liegt unbebaut. Die Hauptſtadt in Unter⸗Aegypten iſt Alexrandrien. Ihren Na⸗ men hat ſie von ihrem Gruͤnder, von Alerander dem Großen.
Die Idee iſt voͤllig falſch, wenn man ſich das Lyie aͤgyptiſche Land, d. h. nicht blos das Nil⸗ hal und das Delta, ſondern auch die übrigen großen Landſtriche gerechnet, welche auf der dülichen und weſtlichen Seite ſind, als ein hochſt unfruchtba⸗ res Land vorſtellt. In den lybiſchen Sandwüſten, welche auf der Weſtſeite zu Aegypten gehören, konnte freilich keine Kultur gedethen. Eben ſo wenig konnte der Fall ſeyn in dem gebirgigen Tande auf der Oütſeite, welches nur an wenigen Stellen zur Vieh⸗ zucht tauglich, aber dennoch für die Aegypter von großem Werthe war, weil es ihnen die Steine und den Marmor zu thren Bauten lieferte. Laͤngſt der ganzen Kuͤſte deeſes Berglandes am arabiſchen Meer⸗
buſen wohnten Trogloditen, d. i. Höhlen Bewoh⸗


