Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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gerudert ſeyen, den Verkehr und das Vergnuͤgen der Beſohner zu befoͤrdern. Welch ein Bild gibt das aite Memphis! Praͤchtige Tempel und Paläſte in den Fluten, raſtioſes Getuͤmmel des geſchaͤftigen Le⸗ hens auf dem See, und nicht weit von dem Ufer deſ⸗ ſelben eine Wuͤſte voll Graber; zahlloſe Fahrzeuge mit Renſchen angefüllt, welche nur an Freude und Ge⸗ nuß denken, aus den prächtigen Schiffen des Königs und der Großen ununterbrochenet Schall von Sym⸗ phonien und Geſaͤngen, und hier und da unter dieſem fröhlichen Gewirre langſam ſchwimmende Kaͤhne mit Leichen! Nirgends aber hat die Vergaͤnglichkeit, wel⸗ che die Einwohner von Memphis unter ihren Ge⸗ ſchaͤften und bei ihren Luſt⸗Parthien vor Augen hat⸗ ten, ſich ſtaͤrker gezeigt, als gegen ihre Stadt. Denn kauim iſt von ihr noch ſo viel übrig, als dazu dient⸗ ihre ehemalige Stelle vermuthen zu laſſen. Sie wurde trotz ihrer Annehmlichkeit und Lage bald einer Wuſte aͤhnlich, ſobald der Hof von da nach Alerandrien verlegt wurde. Dann jieß man alles verfallen und zog dem Hofe nach. Als ſpaͤter aber Alexandrien

ſeibſt wieder in Verfall kam, da erhob ſich die jetzige Hauptſtadt Katro, die ihren Urſprung Arabern

verdankt.

) Unter⸗Aegypten begreift das fruchtbare Delra in ſich, welches ſich zwiſchen den beiden men des Nils zeigt, und hoͤchſt wahrſcheinlich ein G ſchenk des Stromes iſt. Anfangs war vielleicht das game Delta ein Meerbuſen, in der Nähe der Stadt Memphis, der Nil ſetzte allmählich ſeinen Schlamm an, bildete' feſtes Land, weiches jpäter durch die Lunſt der Menſchen, die des Strom feſſelte, dichter und ſicherer gemacht wurde. Der Nil behielt ſich, indem er das Land bildete, überall Ausfluͤſſe vor, wo es ihm gefiel, und ſo entſtanden die ſieben beruͤhmten Muͤndungen bes Niis, wahrſcheinlich nicht obne Vit⸗