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Eindruͤcken nachzuhaͤngen, durch welche die Natur ſei⸗ nen Geiſt weckte.
Das Klima iſt und war beſonders ehemals in
Aegypten vortrefflich, geiſtig, warm, trocken, und äußert einen großen und herrlichen Einfluß auch auf die thieriſche Schöpfung. Menſchen und Dhiere ſind da⸗ ſelbſt eben ſo fruchtbar, als Pflanzen und Gewaͤchſe, in einem hohen Grade. So ſehr aber das Klima die ethoht, wenn man mit Sorgfalt uͤber die⸗ elbe wacht; ſo ſchaͤdlich wirkt es auch, wenn man keine Sorge dafuͤr tragt. Die lebhafte Kraft, mit welcher die Luft den Koͤrper durchdringt, zerſtoͤrt dann den kranken Koͤrper. In einem ſolchen Lande, wo iede Verletzung der Sitten an der Geſundheit ſich ſo ſchnell und ſchrecklich raͤcht, ſollte eigentlich nichts als Sitten⸗Reinheit zu finden ſeyn. Es iſt auch dem Ae⸗ Poter nicht leicht moͤglich, ausſchweifend zu ſeyn.
ur in einem Punkte kann er die Mäßigkeit nicht be⸗ obachten, nämlich im Trinken des Nilwaſſers, ſeines liebſten Getraͤnkes, nach welchem er ſich gus der Ferne oft ſo ſehr ſehnt, wie der Schweitzer nach ſeinen Ber⸗ gen, wenn er ferne von ihnen iſt. Das Nilwaſſer iſt aber auch ſo geſund, daß die groͤßte Meuge deſſelben den Magen nicht beſchwert, vorzuͤglich im Sommer, weil es in einen ſanften, erguickenden Schweiß ſogleich wieder verfliegt. Dabei iſt es ſo angenehm von Ge⸗ ſchmack, daß ſelbſt ein Sprichwort daraus bei den Türken entſtanden iſt. Sie ſagen naͤmlich: wenn Ma⸗ homsd jemals Nilwaſſer gekoſtet haͤtte, ſo wuͤrde er nicht eher geſtorben ſeyn, bis ihm Gott die Erlaubnitß egeben haͤtte, die ganze Ewigkeit Nilwaſſer zu trin⸗ en! Wenn die Aegypter nach Mekka walfahrten, ſo reden ſie auch unferwwegs faſt immer von ihrem Nil⸗
waſſer und von der Freude, die ſie haben werden, es
wieder zu ſehen. neberhaupt liebt der Aegvyoter ſein Vaterland ſehr.


