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Beiſtand der Kunſt angewendet; er brachte kein ein⸗ ziges Wort mehr hervor.
Der Moͤrder hatte ſich verloren. Protain lag ohne Bewußtſeyn. Man ſuchte nach dem Moͤrder. Die Armee war wuͤthend. Protain kam endlich wieder zur Beſinnung, und konnte die Geſtalt des Moͤrders naͤher bezeichnen. Endlich fand man So⸗ leiman in den Gaͤrten des Hauptquartiers unter dem Laubwerke eines dichtbelaubten Feigenbaumes. Um ſonſt erklaͤrte Protain, daß er ihn kenne; um⸗ ſonſt bezeugten mehrere Perſonen, ihn oͤfters um die Drte haben herum ſchleichen geſehen, welche ſein Schlachtopfer gewoͤhnlich beſuchte; umſonſt zeigte man ihm den blutigen Dolch, welchen man in ſeinem Schlupfwinkel gefunden hatte— der Moͤrder geſtand nicht eher, als bis man ihm, nach Sitte des Drients, die Baſtonade gegeben hatte.
Kleber wurde am 1. d. M. feierlichſt zur Erde beſtattet. Sein Moͤrder aber erlitt mit ſeinen Ver⸗ trauten, den Ulemas, eine furchtbare Todesſtrafe. Die drei Ulemas wurden enthauptet. Solei⸗ man's rechte Hand wurde dann uͤber ein Feuerbecken gehalten und verbrannt, dann wurde der Moͤrder ge⸗ ſpießt. Mit Standhaftigkeit duldete er dieſe Schmer⸗ zen. Er warf ſeine Blicke auf die Menge, und ſprach mit voller Stimme das Glaubens⸗Bekenntniß der Muſelmaͤnner:„Es gibt keinen andern Gott,
als Gott, und Muhamed iſt ſein Prophet.“


