123 Der Reiſende geht über den Surotas, und hat
Sparta und ſeine Huͤgel vor ſich. Hier wurden
die Sieger von Athen⸗ Plataͤa und Thermo⸗
pyla geboren. Was gewaͤhrt nicht eine Vergleichung
zwiſchen Sparta's und Athens Geſchichte! Zu Athen ging die Freiheit verloren, weil die Maͤnner ihre Wuͤrde verkannten; zu Sparta, weil man den Heroismus bis zur Wildheit uͤbertrieb. Indeſſen be⸗ halten Athen, Argos und Korinth ihre Namen⸗ aber Sparta vertauſcht den ſeinigen mit Miſitra⸗ was ſo viel heißt, als weicher Kaͤſe. Das iſt doch
die groͤßte Schmach fuͤr Sparta⸗ von dem nur noch
unbedeutende Ruinen vorhanden ſind, welche mehn Mitleiden, als Intereſſe erregen⸗
Die Nacht ſenkt ſich von den Gipfeln des Tay⸗ getus herab. Der Dolmetſcher iſt voraus in die Vorſtadt gegangen, und meldet Serofani's An⸗ kunft einem Herrn Palli. Nach einer Stunde trifft der Reiſende ein, wird freundlich empfangen und gut bewirthet. Er trinkt Amyeleer⸗ Wein aus Vo⸗ donia, welcher drei Viertel einer Meile entfernt von Miſitra liegt, und legt ſich zu Bett.
Erwachen, das Bett, die Wohnung verlaſſen, iſt
das Werk eines Augenblickes. Die Neugierde, die
Ueberreſte aus alter Zeit, das Alpium, einen öf⸗ fentlichen Platz, den Tempel der Pallas Ophtal⸗ mitis in ſeinen Ueberreſten zu ſehen, wohin der große Mann Alcander floh, als er gewagt, dem Lykurs


