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und enger Gaſſen tritt er in einen elenden Hof; durch zwei ziemlich unreinliche Zimmer und durch einige hun⸗ dert widerlicher Janitſcharen naht er ſich einem Greiſe, der in blauen Atlas gekleidet, auf einem Teppich von gruͤnem Atlas ſaß. Ein Kopfnicken war die Bewilli⸗ gung des Geſuches, und weiter wurde kein Wort ge⸗ ſprochen.
Die Reiſe wird nach Miſitra fortgeſetzt. So
nennt man die auf den Truͤmmern von Sparta er⸗ baute Stadt. Nach 44 Stunden iſt man den Say⸗ getus hinauf und hinab, bald über unfruchtbares Land, bald durch herrliche, ſchattige Thaͤler gegangen, und an dem Ufer des Baſilipotamus, d. i. des koͤniglichen Fluſſes, der ehemals Eurotas hieß.
Serofani iſt in Sparta. Er wandelt auf dem Boden, wo Leonidas, Agis, Ageſilaus athmeten, und trotz ſeiner Eingenommenheit gegen die Rohheit der Laeedaͤmonier kann er nicht auf dieſem ruhmvollen Boden gehen, ohne ein bisher un⸗ bekanntes Vergnuͤgen zu genießen, und die heiligen Ueberreſte von Sparta anzubeten. Hier ſieht er den Eurotas; dort iſt das Platanetum geweſen, und dort der Tempel der Diana DOrthia, wo die Spar⸗ taner zu Helden erzogen wurden. Aber weder am Eurotas⸗Ufer, noch am Taygetus findet man mehr die Pflanze Cariſon, welche Frauen am Halſe tragen moͤchten, um nach der Fabel die Zuneigung ibrer Gatten zu verdopoeln.


