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bewaffnet auf die Heloten⸗Jagd, wie man ſonſt auf die wilde Schweins⸗ und Vaͤren⸗Jagd geht. Dieſe Jagd hieß Kryptia⸗ und wurde ungeſtraft getrieben.
Am dritten Reiſetage langt Serofani endlich in Oripolizza an. Dieſe Stadt iſt Hauptſtadt von Morea. Hier haͤlt ſich der Paſcha auf, ſchal⸗ tend uͤber Leben und Tod der Griechen und Tuͤrken. Einem einzigen Blicke von ihm erzittern 260,000 Menſchen. Dhne ſeine Erlaubniß kann Niemand ſicher reiſen. Die Mainoten ſind hart gegen den Frem⸗
den, wie die freien Lakonier, deren Gebiet ſie
bewohnen. Sie leben, ohngefaͤhr 30,000 Mann ſtark, auf dem alten Taygetus unabhaͤngig. Sie beſte⸗ ben aus einer Miſchung von Albaniern und Grie⸗ chen. Von der Religion und Moral haben ſie we⸗ nig Vorſtellungen. Diebſtahl, Gemeinſchaft der Wei⸗ ber, Raub und Gewaltthätigkeit, das trifft man unter ihnen an. Mit den uͤbrigen Morioten, d. i. Ein⸗ wohner von Morea leben ſie ohne alle Gemeinſchaft, ohne allen Verkehr. Sie ſind ſehr gefuͤrchtet, und der Reiſende, der einen von ihnen zum Besleiter hat, reiſet ſehr ſicher..
Mit einem Stuͤcke rothen Tuches, denn ohne Ge⸗ ſchenk naht man keinem Tuͤrken, geht Serofani⸗ von ſeinem Dragoman begleitet, zum Paſcha, ihn um einen Janitſcharen, und um Erlaubniß in Moren rei⸗ ſen zu durfen, zu bitten. Durch ein Dutzend ſchmutziger


