Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſetzten Speiſen zu eſſen. Thut der Todte das nicht, ſo iſt erwieſen, daß er todt, aber im Kirchenbanne ge⸗ ſtorben iſt, und daß ſein Geiſt allen Schaden ſtiftet, von dem man hoͤrte, ehe man ihn ausgrub. Nun ſetzt der Biſchof ſeine Inful auf den Kopf, und zerſchlaͤgt in einer Schuͤſſel 34 Eier; mit dieſen vermengt er ei⸗ nen Theil Drangen⸗Bluͤthen, Mehl und vortrefflichen Wein, miſcht alles mittelſt eines Myrthenſtraußes un⸗ ter einander, und beſprengt mit dieſem ſieben Male den Leichnam. Hierauf befiehlt er, denſelben vor ſei⸗ nen Augen zu begraben, und droht jedem, der ihn wieder ausgraben wuͤrde, mit dem Kirchenbanne. Iſt dieſe Ceremonie geendet, ſo trinkt er mit ſeinem Po⸗ ven die erwaͤhnte Miſchung, ſetzt ſich zum Tiſche, und verzehrt die fuͤr den Todten bereiteten Speiſen.

Die Griechen haben von ihren Ahnen blos die Eitelkeit, die Verſchlagenheit, und vielleicht auch die Unredlichkeit beibehalten. Selten gerathen ſie in Zorn; ſie bergen ihren Haß tief im Herzen, ſterben aber ſelten ungeraͤcht. Uebrigens beſitzen ſie in ihrer Sprache und in ihrem Geiſte noch jene glaͤnzenden Spuren ihrer ehemaligen Groͤße.

Die griechiſche Sprache ſchildert, ob ſie gleich verdorben iſt, noch beſſer, als jede andere europaͤiſche die Ausdruͤcke des Gefuͤhls, und ihr Geiſt, wenn auch abgeſtumpft durch Despotismus und Unwiſſenheit, ſchwingt ſich manchmal empor, und verlaͤugnet ſeinen

urſpruͤnglichen Charakter nicht. Sarkasmen, Scherze