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wieder, und ſchließt die Gebirge von Caritene ein, das alte Sridan. Gegen Weſt vermiſcht er ſich mit dem Taygetus. Der Reiſende verlaͤßt den Dleno, und iſt bald wieder in Patra.
Der Winter haͤlt Serofani ab, weiter zu rei⸗ ſen. Er benutzt dieſe Muſe, einige bei Heirathen und Leichen der Griechen gebraͤuchliche Feierlichkeiten zu berichten. So bald jemand todt iſt, verſammeln ſich die Anverwandten am Bette und in der Stube des Verſtorbenen, zu weinen und Klagelieder zu heulen. Sind keine Verwandte da, ſo dingt man Klageweiber.
Der Leichnam wird köſtlich gekleidet, in die Kirche ge⸗
tragen, auf ein Trauergeruͤſte gelegt, und mit bren⸗ nenden Wachskerzen umſtellt. Der Prieſter ſingt uͤber
dem Leichnam die Meſſe, beraͤuchert ihn, und fpricht
den Segen. Dann wird das Teſtament des Verſtor⸗ benen verleſen, wenn er eines machte, und von den Verwandten unterzeichnet. Hernach wird das Evan⸗ gelium verleſen, die Leichebegleitung entfernt ſich, und der Leichnam wird eingeſcharrt.
Der Heirathsvertrag faͤngt mit der Verbindlich⸗ keit an, daß der Braͤutigam verſpricht, ſeine kuͤnf⸗ tige Gattin nicht eher zu ſehen, bis er ſie heirathen wird. Die Frauen ſind dabei mehr beguͤnſtigt; ſie dur⸗ fen wenigſtens durch ein Gitter ihren kuͤnftigen Mann ſehen. Der Braͤutigam tellt ſich zuerſt vor den Al⸗ tar; dann wird die Braut hinzugeſchleppt. Bleich, traurig, niedergeſchlagen ſcheint ſie mebr bei der An⸗


