14
iſt ein Stall fuͤr die Heerden von Salona, und das Gymnaſium iſt ein Konvent der Calojer geworden. In Gedanken uͤber Delphis ehemalige Groͤße und Glanz, uͤber ſeine hiſtoriſche Bedeutſamkeit, und uͤber ſeinen Einfluß auf die Politik der Vorzeit, ver⸗ tieft, geht der Reiſende von Caſtris Huͤgel weiter bergan. Die Sonne, die ſich zum Untergange an⸗ ſchickt, vergoldet gegenuͤber die Gipfel und Seiten des Citharon, waͤhrend der Wanderer nach der eaſta⸗ liſchen Quelle ſeine Schritte lenkt, und unten die ruhige Oberflaͤche des Meerbuſens von Lepanto ſich ausdehnt. Das Waſſer der beruͤhmten Quelle iſt kuͤhl und hell wie Kryſtall, und bricht reichlich aus durchloͤcherten Felſen bervor. Wenige Schritte von da wird es zu einem Bache vereinigt, um Caſtris Huͤgel zu waͤſſern. Vor den Lochern des Felſen, aus welchem die Fluth der Caſtalia guillt, bildet ſich ein Becken, aus dem man beguem und reichlich trinkt⸗ Serofani beſteigt den Gipfel des Parnaßes. Nach zwei Stunden iſt er oben und bei der Hoͤhle, die man die koryeiſche der Delphier nennt. Vor dem Auſgange der Sonne iſt der Reiſende auf dem Parnaß, auf dem niedrigſten Gipfel deſſelben, der nach Norden ſteht, und weniger unzugaͤnglich iſt,
als der um hundert Schritte hoͤhere zweite. Dieſer
Berg iſt einer der hoͤchſten von Suropa⸗ und ge⸗ waͤhrt daher nach allen Seiten eine der berrlichſten Ausſichten. Gegen Morgen iſt der Cithaͤron und


