106
zu ſeyn; ſie erlauben keinem Fremden, ſich ihrem Gebiete zu naͤhern. In der Naͤhe von Spil⸗ lunte ſieht er die ſchattigen Gipfel des Sryman⸗ thus, und nun ſagt er dieſen Gegenden Lebewohl.
Bei ſeiner Wiederankunft in Patra fand er die ganze Stadt in Bewegung. Soliman Aga naͤm⸗ lich ein wandelbarer, ungeſtuͤmmer Mann, war kerb⸗ lich in Attige verliebt geweſen, und hatte ſie ge⸗ beirathet. Zwei Monate darauf verliebte er ſich in eine gewiſſe Baly, und um dieſe zu heirathen, ließ er ſich von Attige ſcheiden. Das durfte er nach dem mohamedaniſchen Geſetze. Attige ſchwur Rache, und baute ihren Plan auf Solimans Leichtſinn⸗ Sie ſuchte ihn wieder ſich geneigt zu machen, und brachte es gluͤcklich dahin, daß er ſich wieder mit ihr vereinigen wollte. Das kann geſchehen nach dem Ko⸗ ran; doch muß dann der Mann geſtatten, daß vor der Bereinigung die Frau eine Nacht mit einem andern Manne lebe und zubringe. Die Vorbereitungen dazu ſind getroffen. Die Verwandten freuen ſich auf beiden Seiten, und ſind bei dem Feſie erſchienen. Attige bringt die Nacht mit Simeth, einem von Soli⸗ man nach Recht gewaͤhlten Sklaven zu. Die Mor⸗ genſonne kommt, und in ihrem Angeſichte ſoll die Ver⸗ maͤhlung vor ſich gehen. Attige tritt aus der Hoch⸗ zeitkammer hervor, und erklaͤrt— das Geſetz bertch⸗ tigt ſie dazu— gegen alles Erwarten, dab ſie mit Simeth als ihrem Gemahle zufrieden ſey, und für


