Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Soliman nichts mehr fuͤhle. Welche Leidenſchaft mußte Attige bekaͤmpft haben, um von der Hoͤhe einer Gebieterin zur Sklavin herabzuſteigen! um ſich ſo zu raͤchen! und alle oͤffentliche Meinuns fuͤr nichts zu achten, alle Landes⸗Gebraͤuche zu hoͤhnen! Serofani beſucht die griechiſche Meſſe, welche die Tuͤrken nicht bei Tage zu halten geſtatten. Eine Stunde nach Mitternacht fuͤhrt man ihn außer⸗ halb der Stadtmauern auf ein kleines Feld. Hier ſteigt er einige Stufen hinab in eine geraͤumige, feuchte mit Tropfſein bedeckte Grotte; dieß war die Kirche der Griechen; das Sanktuarium beſtund aus einer gro⸗ ben Einfaſſung von ungehobelten Brettern. Ein Ma⸗ riabild war die einzige Zierde; eine einzige Lampe er⸗ leuchtete matt das finſtere Gewoͤlbe. Die Glaͤubigen waren ſchon verſammelt, und lagen auf ihren Knien, leiſe betend. Der Biſchof trat ein, ron einem ein⸗ zigen Diakon begleitet, ungeſchmuͤckt, ganz einfach ſchwarz gekleidet in einen Talar und eine ſchwarie Binde um das Haupt. Das Volk ſtand auf, und warf ſich vor ihm nieder, um ihm ſeine Ehrfurcht zu beieugen. Der Oberprieſter theilte nun den Segen wuͤrdig und mit ſalbungsvollen Worten aus, und fei⸗ erte die Myſterien mit Blicken eines Moſes oder Baſilius, voll göttlicher Liebe und Begeiſterung. Die Meſſe iſt vorbei. Der Prälat gibt dem Volk ein geichen, und es bleibt, um zu hören, was er wil. Nit Flöchen graͤßlicher Art ſpricht er uͤber einen