Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Wir ſetzten unſere Reiſe fort, ließen die Inſeln Imbros, Samothrazten, und das wegen ſeiner Goldminen beruͤhmte Thaſos zur Rechten, und ſa⸗ hen gegen Weſt Lemnos, die Werkſaͤtte der Cy⸗ klopen. Um die Mitte der Nacht ſegelten wir laͤngs der Inſel Tenedos hin. Mit Anbruch des Tages fuhren wir in den Kanal, welcher Lesbos vom fe⸗ ſen Lande trennt, und bald darauf hatten wir My⸗ tilene vor uns.

Den Umfang von Lesbos gibt man auf 1400 Stadien an. Das Innere der Inſel wird durch Ket⸗ ten von Huͤgeln und Gebirgen durchſchnitten; die da⸗ zwiſchen kiegenden Ebenen bringen Getreide im Ueber⸗ fluſſe hervor. An mehreren Stellen findet man warme Quellen, Achate, verſchiedene Sdelſteine, faſt uͤberall Wyrthen⸗, Dliven⸗ und Feigenbäume; der vornehm⸗ ſte Reichthum des Landes beſteht in den Weinen⸗ Laͤngs der Kuͤſten hat die Natur Buchten ausgehoͤhlt⸗ um welche ſich Staͤdte erhoben haben, die durch Kunſt befeſtigt, und durch Handel bluhend geworden ſind. Von der Art ſind Mytilene, Pyrrha, Me⸗ thymna, Arisba, Creſſus und Antiſſa.

Mytilene, die Hauptſtadt des Landes, hat ein ſehr fruchtbares und bevoͤlkertes Gebiet. Der Handel zieht viele fremde Schiffe in die Häfen dieſer Stadt. deren einer gegen Nord, der andere gegen Sud liegt. An die Spitze der großen Maͤnner, welche Lesbos hervorgebracht hat, kteht der Weiſe Pittakosz