Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſich an Abkunft, Sitten und Sprache verſchieden ſind. An der ſuͤdlichen Kuſte ſindet man griechiſche Pflanz⸗ ſaͤdte, welche großtentheils an fruchtbaren und zum Handel beguemen Orten liegenz oͤſtlich liegt Kolchis. Nach mehreren Tagen einer gluͤcklichen Schifffahrt kamen wir endlich in den thraziſchen Bospho⸗ rus. Der Eintritt iſt gefaͤhrlich, widrige Winde wer⸗ fen oft die Schiffe auf die nahen Kuͤſten, wo ſie nur Tod oder Sklaverei finden. Derthrazi ſche Bos⸗ phorus trennt Europa von A ſien. Seine Laͤnge bis Byzanz betraͤgt 120 Stadien, ſeine Breite iſt verſchieden. An jeder Seite ſteigt das Land amphi⸗ theatraliſch in die Hoͤhe, und gewaͤhrt die anmuthig⸗ ſten und mannigfaltigſten Ausſichten. In der Mitte des Kanals zeigte man uns die Stelle, wo der Per⸗ ſer Koͤnig Darius uͤber eine Schiffbruͤcke 700,000 Mann gegen die Seythen fuͤhrte. Die Meerenge iſt hier fuͤnf Stadien breit, und wird durch ein Vor⸗ gebirge eingeengt, auf welchem ein Merkur⸗Dem⸗ pel erbaut iſt. Bald nachher erblickten wir die Cita⸗ delle und die Mauern von Byzanz, und liefen in ſeinen Hafen ein, nachdem wir die kleine Stadt Chryſopolis zur Linken gelaſſen, und an der naͤm⸗ lichen Seite die Stadt Chaleedon erkannt hatten. Byzanz, ehemals von den Megarern gegruͤn⸗ det, und in der Folge von den Mileſiern und an⸗ deren griechiſchen Voͤlkern wieder hergeſtellt, liegt auf einem Vorgebirge, welches faſt die Geſtalt eines Drei⸗