Ich Anacharſis aus Seythien, des Tora⸗ ris Sohn*), reiſte gegen das Ende des erſten Jahres der 104. Olympiade mit Theagenes, meinem Frei⸗ gelaſſenen, ab. Nach Durchwanderung ungeheuerer Wuͤſten kamen wir zu den ufern des Tanais. Hier ſchifften wir uns ein, und landeten bei der Stadt Pantikapea, welche auf einer Anhoͤhe bei der Ein⸗ fahrt des eimeriſchen Bosphorus liegt. Dieſer Drt, eine Kolonie der Griechen, iſt die Hauptſtadt eines kleinen Reiches geworden, welches die Dſtſeite der tauriſchen Halbinſel einnimmt. Taurien bringt Getreide im Ueberfluſſe hervor. Die Griechen treiben ſtarken Seehandel hierher.
Wir fanden in Pantikapea ein lesbiſches Schiff. Waͤhrend der Zuruͤſtung zur Abreiſe beſchaute ich die Citadelle, das Zeughaus, den Hafen, die Schiffe, ihre Takelwerke. Bei unſerer Ausfahrt aus dem eimeriſchen Bosphorus(Pontus Eupi⸗ nus), welcher uͤberall von Gebirgen umringt iſt, fan⸗ den wir an deſſen Kuͤſten Voͤlkerſchaften, die unter
*) Dieſe Idee des reiſenden Juͤnglings aus Sey⸗ thien entlehnte Bartheleiy aus Lukian.


