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liegt auf der Linie der Kaplan⸗Kuh⸗Gebirge,
welche das perſiſche Irak von Aſerbeidſchan trennen. Am 19. reiſten wir durch dieſe Gebirge und uͤber den Strom Kiſſil-uſſen, welchen hier zwei ſehr gefaͤhrliche ſchroffe Felſen einzwaͤngen. In der unbedeutenden Stadt Mianeh, in einer waſſerrei⸗ chen Gegend uͤbernachteten wir. Ueber einen kleinen gluß fuͤhrt eine Bruͤcke von 23 Jochen, auf eine gut gepflaſterte Straße, welche aber wegen der vielen Graͤ⸗ ben unwegſam iſt.
ueber die Doͤrfer Turkmen, Tikmeh⸗Tach, Seid⸗Abad kamen wir den 23. in Tauris an. Den 27. verließen wir daſſelbe, und wurden bis zum Dorfe Maecan begleitet. Wir ritten die ganze Nacht. um der Hitze zu entgehen, und kamen am 28. zum Dorfe nach Diſſi Khalil. Es iſt am Ormiah⸗ See gelegen, von ungeheueren Gaͤrten umgeben, fuͤnf
Stunden N. N. W. von dem Drte, wo der Talkh⸗
See ſich in denſelben ſtuͤrzt. Wir ritten laͤngs des See's, und uͤbernachteten in dem Dorfe Teſſwidſch, welches eine herrliche Ausſicht gewaͤhrt.
Der Ormiah⸗See, faſt eben ſo groß als der See Van, mit welchem er beinahe bis auf unſere
Zeit verwechſelt wird, iſt beſonders gegen Suͤd und
Weſt mit ſehr hohen Gebirgen umgeben. An ſeinen ufern liegen die wichtigen Städte Ormiah, Sel⸗
mas und Maragaz nichts deſto weniger bleibt er
unbeſchifft. Er hat drei, beinahe unbebaute Inſeln 56. V. Perſien. III.. 8


