114 In einem oberhalb Seid⸗Hadſchi gelegenen ſtei⸗ nigen Thale ſchlugen wir unſere Zelte auf, und ka⸗ men den 34. nach Choi, wo ich nicht ohne lebhafte Dankbarkeit gegen viele Perſer ihr Land verließ.
XRXVII. Am 4. Auguſt kamen wir in das enge, windungsreiche Thal Koturah, und hatten einen beſchwerlichen Weg; am 6. ſetzten wir unſere Reiſe in dieſem Thale fort⸗ und uͤbernachteten in dem elen⸗ den Dorfe Aſtur dſchi, welches neun Stunden von Van, und ſieben von Koch⸗ab(gutes Waſſer), ei⸗
ner kleinen Stadt auf einem Plateau tiegt, wo die
Flſſe Koturah und Koch⸗ab entſpringen. Einer bewaͤſſert nordoſtwaͤrts die fruchtbaren Ebenen von Choi, der andere verliert ſich in den See Van. Koch⸗ab mit einem Schloſſe hat eine armeniſche Kirche, wo der Bey der Stadt beſtaͤndig eine bren⸗ nende Leuchte vor einem Bilde der heiligen Jungfrau unterbaͤlt. Den 6. ſchliefen wir auf den Derraſſen in Erdſcheck, einem Dorfe am Ausgange der Dhal⸗
ſchlucht Mah mudieh, und am Ufer eines Sali⸗
See's, welcher nur 2—3 Stunden im Umfange hat⸗ Das Land, durch welches wir reiſten, war wegen der zuchtloſen Banden unſicher. Zu Van lagerten wir in den Gaͤrten des Aufſe⸗ hers des Derwiſch Paſcha. Der Statthalter lud mich nicht nur zum Fruͤhſtuͤcke, ſondern auch zum Bade in ſeinem eigenen Saale ein. Ich bewunderte die


