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vor Allem Geduld; an Annehmlichkeit darf man nicht denken. Man reiſt gewoͤhnlich zu Pferd; die Kamele dienen zur Fortſchaffung von Waaren und Gepaͤck; Saͤnften ſind das Fuhrwerk fuͤr Kranke und Frauen. Die beſte Art zu reiſen iſt in Karavanen. In Per⸗ ſien macht man gewoͤhnlich s— 6 Paraſangen taͤg⸗ lich. Die Karavanſerais ſind ſehr unſauber.
XXXW. Waͤhrend meines Aufenthaltes in De⸗ heran bewohnte ich den Palaſt des Mirſa⸗Riza Kuli. Die Miniſter gaben wegen des baldigen Ab⸗ ganges des Hofes glaͤnzende Feſte, welche wegen der Hitze immer Nachts ſtatt fanden. Sie beſtanden in Concerten, Kunſtreden und Gaſtereien auf Terraſſen oder in offenen Saͤlen, welche auf erleuchtete Gaͤrten gingen. Unzaͤhlige kleine Lampen ſtellten Frucht- und Blumengewinde und allerlei andere Verzierungen dar.
Die Stadt Deheran auf niedrigem Boden am Fuße der Elbur⸗Bergkette, 10 Stunden von Pis Demavend, und 25— 30 vom kaspiſchen Meere, hat mittelmaͤßige Feſtungswerke und kein Gebaͤnde, welches mit den ſchoͤnen Gebaͤuden Ispa⸗ hans zu vergleichen waͤre. Die Haͤuſer der Großen ſind unanſehnlich, weil die Perſer lieber das Innere der Haͤuſer verzieren. Die Moſcheen, Bazars und Karanvanſerais in Leheran ſind noch in altem Zu⸗ ſtande. Die Amahl der Einwohner betraͤgt 30,000.
Auf einem der Berge im Porden der Stadt er⸗


