Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Die Perſer ſind ſehr gewandten Geiſtes, gute Ge⸗ ſellſchafter, hoͤflich gegen Fremde, lieben Wein, Feſte und Ueppigkeit, und ſind ſchwer zu hintergeben Sie ſind ferner aberglaͤubiſch und puͤnktlich in ihren Reli⸗ gionsgebraͤuchen; achten die Unglaͤubigen, und eroͤr⸗ tern ſehr gerne ihre Glaubens⸗Artikel. Auch folgen die Perſer dem Dogma von der Vorausbeſtimmung nicht ſo blind, als die Tuͤrken. Beſonders beben ſie die Cirkaſſierinnen, und Maͤdchen aus Geor⸗ gien und Mingrelien, welche ihrer Schoͤnheit we⸗ gen ſehr geſucht werden. Der Perſer liebt die ſchlanke Geſtalt, und lobt er eine Schoͤne, ſo vergleicht er ſie

mit der Cypreſſe. Durch Spiebglas⸗Pulver ertheilen

die Frauen dem Auge eine Art wolluſtigen Schmach⸗ tens. Schwarze, bogenartig gerundete, aneinander ſtoßende Angenbraunen gelten fuͤr eine große Schoͤn⸗ heit, und werden durch Kunſt hervorgebracht. Nach dem Bade faͤrben ſie ihre Naͤgel roth oder gelb; ein Schoͤnheitsmittel, ohne welches zu erſcheinen ſehr un⸗ anſtaͤndig ſeyn wuͤrde.

XXXII. Die perſiſchen Frguen kleiden ſich im Innern des Harem nachlaͤſſig, und erſcheinen auf der Straße mit verſchletertem Haupte. Der Perſer liebt Ruhe und Gluͤck; ſchamlos ſchmeichelt er dem Maͤch⸗ tigen, und beugt gerne ſeinen Nacken dem Joche des Tyrannen dar.

XRKRIII. Wer im Morgenlande reiſt, braucht