Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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105 zweckmaͤßig bewaffnet, und legen in einem Tage unge⸗ faͤhr ſechs Paraſangen zuruͤck. Lagerplaͤtze und Aufent⸗ halt ſind durch Firman beſtimmt. Das Gepaͤcke geht faſt immer dem Heere voran. Ihre Art zu ttreiten iſt: daß ſie auf den erſten Stoß in den Feind eindrin⸗ gen, oder blitz ſchnell fliehen. Bei dem ganzen Kriege iſt immer nur Beute das Ziel. Von dem Kriege als Kunſt haben die Perſer gar keinen Begriff. Der Soldat muß von dem Solde, welchen er erhaͤlt, ſich mit Allem verſehen. Von Kaſernen, Spitaͤlern und dergleichen weiß man nichts.

Das Perſer⸗Heer beſteht aus koͤniglicher und prinz⸗ licher Wacht; aus Nomadenſchaaren, aus landſchaft⸗ lichen Soldaten, welche nicht regelmaͤßige und fort⸗ dauernde Dienſte thun; aus mehreren Haufen Fuß⸗ volks, Reiter und Geſchuͤtzes, welche ungefaͤhr auf europaͤiſche Art gekleidet und eingeuͤbt ſind.

Der Schah haͤlt wenigſtens einmal jaͤhrlich Heer⸗ ſchau; jeder Soldat geht, bei ſeinem Namen gerufen, ſchnell am Monarchen voruͤber, gefaͤllt er ihm, ſo wird ſein Sold bezahlt.

XXIX. Mit großem Eifer treiben die Perſer den Handel. Sie bringen europaͤiſches Gold nach Kandahar, Kaſchmir, Kabul, und Delhi, und kommen mit reichen Stoſſen, Arzeneien, koſtlichen Steinen, und rohen Diamanten zuruͤck. Da ſie aber eine ſehr große Abneigung vor dem Meere haben, und