Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Thuͤrgiebeln ſtanden Inſchriften aus des perſiſchen Anakrevns, Hafis, Gedichten. Der Khan trat mir bei meiner Ankunft entgegen, und machte mir einen freundlichen Gluͤckwunſch. Man ſetzte mich zwiſchen offene Thuͤren: denn die Perſer lieben bei großer Hitze die Zugluft. Thee, Sorbets von Eis und Narghiles, auch Kalkums und Kukah genannt, und Tabaks⸗

Pfeifen wurden gebracht. Diener fuͤhrten mich in das

Bad. Abends kehrte ich in den Saal zuruͤck, wo die ausgezeichneteſten Perſonen der Stadt beiſammen waren. Die Gaͤrten und das Innere des Palaſies waren mit bunten Glaͤſern erleuchtet, und von der Ferne ertoͤnte eine angenehme Muſik.

Die Sklaven deckten auf den Boden ein langes Tuch von indiſcher bunter Leinwand. Jeder Gaſt er⸗ hielt eine mit Tellern bedeckte Schuͤſſel mit mehreren Speiſen. Das erſte Gericht beſtand in ſehr gewuͤrzten. Ragvuts, in Salaten aus aromatiſchen Kraͤutern, ohne alle Zuthat, und in Zuckerwerk. Vaſen mit Milch, Sorbet und ſauern Getraͤnken umſtanden die Schuͤſſeln. Ein langer vergoldeter Loͤffel aus einem elaſtiſchen Holze diente als Glas. Hierauf brachte man Blumen und Kelche mit Schiraſſer Wein. Es kamen Spielleute, und mehrere Maͤdchen fuͤhrten mehr lebhafte, als anſtaͤndige Taͤnze auf, welche den Mol⸗ lahs unendlich geſielen. Denn Keuſchheit iſt bei den Perſern eine geaͤchtete Tugend. Nach dieſem Zwi⸗ ſchenſpiele wurden verſchiedenartig zubereiteter Reis,