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endlich Kaffee, Thee und wieder Zuckerwerk, weil es die Perſer ſehr lieben und treflich zubereiten, auf⸗ getragen.
Nun folgten Geſaͤnge, und dieſen wieder Taͤnze. Leicht bekleidete Maͤdchen(Raccas) tanzten zur Handpauke. Waͤhrend des Tanzes traten zwanzig Sklaven, jeder mit einer Schuſſel voll Fruchten her⸗ ein. Mit Erſtaunen fah ich in ſo fruͤher Jahreszeit Maulbeere, Granaten, Kirſchen und Drangen beiſam⸗ men.— In Kasbin verweilte ich zwei Tage, und verließ die Stadt am 2. Inni.
XXI. Nach drei Dagen empfingen mich außer⸗ halb Teheran ein Haufe reicher Armenier aus Is⸗ vahan und Bagdad zu Pferde mit glaͤnzenden Waf⸗ fen, gruͤßten mich im Namen des Schah, und ſagten mir, der Fuͤrſt erwarte mit Ungeduld meine Ankunft.
Am s. Juni zog ich unter großer Menge in De⸗ heran ein. Durch krumme und ungepflaſterte Stra⸗ ßen fuͤhrte man uns, wo ſich ſolche Staubwolken erhoben, daß man keinen Gegenſtand unterſcheiden konnte.
XXII. Nach dem ſtrengen perſiſchen Hofzwange mußte ich mich aufopfern, und in den Tagen vor dem erſten Gehoͤre bei Feth⸗Ali⸗Schab Beſuch ma⸗ chen. Am Tage des Gehoͤres bei Feth⸗Ali⸗Schah wurde ich vor Aufgang der Sonne von Geſandten des
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