Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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XX. Das lachende Lhal Abher fuͤhrt in ein duͤrres Land voll Eidechſen, Chamaeleonen und Schlan⸗ gen. In der Mitte dieſer Haiden liegt Kaßbin, eine bedeutende Stadt, der Geburtsort mehrerer beruͤhmten Maͤnner. Ein hoher Berg haͤlt die kuͤhlenden Nordwinde, und macht im Sommer die Hitze unertraͤglich. Ein ſtickender Staub befaͤlt das Geſicht und die Kleider.

Nichts deſto weniger heißt die Stadt Dſchemal⸗ Abad: Ort der Vollkommenheiten. Meh⸗ rere Baͤche, welche dieſem Berge entſpringen, bewaͤſ⸗ ſern ein zwei Stunden langes und eine haibe Stunde breites, gegen Weſt von Kaßbin gelegenes Stuͤck Land. Die Weinſtoͤcke liefern einen ſehr berauſchen⸗ den Wein. Die da wachſenden Piſtazien ſind ſehr gut.

Ich ſtieg in dem Pallaſte Vaba⸗Khans ab. Ein ſehr großer, ſorgfaͤltig ausgeſchmuͤckter Saal, welcher vorne offen war, empfing mich. Mittelſt kuͤnſtlich ge⸗ ordneter Glaͤſer drang das Licht in den Hintergrund. Einem Marmorbecken in der Mitte des Saales entſpru⸗ delte ein Springbrunnen. Arabiſcher Jasmin und Feder⸗ Lulpen ſtanden in großen chineſiſchen Poriellan⸗Gefaͤßen. Die Decke wur mit Arabesken verziert und reich ver⸗ goldet. Gemaͤlde mit Europaͤern, gekleidet wie im Zeitalier Ludwigs KlV. ſchmuͤckten die Waͤnde. Eine Buͤhne, welche mit dem Harem zuſammenhing, lief in einer gewiſſen Hoͤhe um den Saal. An den