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die zweite Stadt in Perſien, hat ungefaͤhr so00 Toi⸗ ſen im Umfange, hohe mit Thuͤrmen bef etzte Mauern, und mit bunten Steinen geſchmuͤckte Thore. Die Bazars und Moſcheen zeichnen ſich durch Schoͤn⸗ beit aus; die Minarets letzterer ſind nicht ſo hoch, als bei den tuͤrkiſchen Moſcheen. Die Voiksmenge rechnet man auf so,000. Tauris iſt die Hauptſtadt von Aſerbeidſchan, und litt ſehr unter dem Exoberer dieſer Landſchaft Aga Mehemed⸗Khan. Doch bevolkerte ſich das Land nach ſeinem Tode wieder.
Feth Aii Khan, der Stellvertrerer des Ah⸗ med Khan, wies mir eine Wohnung in ſeinem Palaſte an, und war ein Mann von anmuthigen Sit⸗ ten und mannigfaltigen Kenntniſſen. Er hatte im Jahr 1801 den Ritter Malecolm von Schiras bis Deheran begleitet, von welchem er mit Zuruͤckhal⸗ tung und etwas boshaft ſprach. Er redete mit mir oft uͤber den Kompaß, die Blitzahleiter, uͤber die Er⸗ findung der Luft⸗Ballone ꝛc., und liebte die Franzoſen. Wenn es tagte, nahmen wir ein Bad, und verſchlie⸗ fen die Stunden des Tages wegen der unertraͤglichen Hitze. Gegen Abend ergoͤtzten wir uns in ſeinen Gaͤr⸗ ten an kuͤhlenden Quellen, wo er im Schatten einer Platane, oder unter duftigem Geißblatt das Leben der Perſer oder des perſiſchen Hofes erzaͤhlte.
XVI. Von Tauris reiſten wir uͤber Seid⸗ Abad, ein Dorf am Fluſſe des Karadagh(der


