Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Opium. Merend liegt in einer wohl bewaͤſſerten Ebene unter 28 0 41 Br. 43 0 46 L. Die Volksmenge iſt ungefaͤhr 20,000. Auf der Ebene ſuͤdoͤſtlich von Me⸗ rend findet man einige zerſtoͤrte Doͤrfer, kommt an das Ufer des Fluſſes Talkh⸗Sſchai Bitter⸗Fluſ⸗ ſes), deſſen Brackwaſſer ſich in den See DOrmiah, eilf Stunden weſtlich von der gleſchnamigen Stadt, Zorvaſter's Vaterſtadt, ſtüͤrzt. Eine ſtarke Bruͤcke, deren Bogen auf ſchwarzen mit alten Bildwerken ver⸗ ſehenen Granit-Pfeilern ruhen, fuͤhrt uͤber den Fluß. Von Merend fuͤhren zwoͤlf Paraſangen(48 Stun⸗ den) nach Tauris.

Dieſe Stadt wurde durch Erdbeben ſehr ver⸗ wuͤſtet. Selbſt bei meiner Durchreiſe ſpuͤrte man einen ſo ſtarken Stoß, daß mehr als vierzig Haͤuſer beſchaͤdigt wurden. Die Perſer halten Tauris fuͤr den Mittelpunkt der Welt. Der große See Ormiah, einige Stunden von Tauris, hat wegen ſeines harzigen, ſalzigen Waſſers keinen Fiſch. Er ver⸗ dankt wahrſcheinlich wie der See Van, ſeine Bil⸗ dung vulkaniſchen Ausbruͤchen. Aſerbeidſchan, wie es jetzt heißt, und das alte Atropatene bedeu⸗ ten Feuerland. Zoroaſter ſoll da geboren ſeyn. Bei Melei⸗Ghird verſorgt der Strom Tuzla ganz Armenien mit Salz. Unfern Diarbekir ſind Kupfer⸗ und Silberbergwerke, und einige Stun⸗ den von Kerkuk Naphta⸗Quellen.

Tauris, hinſichtlich des Handels und der Groͤße,