88
ſich auf 28,000 belaufen. Die Einwohner wollen tata⸗ riſcher Abkunft ſeyn, daher auch das Land den Bei⸗ namen; perſiſches Turkeſtan, erhielt. Tags nach meiner Ankunft beſuchte ich den Statt⸗ halter der Landſchaft, Huſſein⸗K han. Er em⸗ pfing mich in einem etwas erhoͤhten Luſtgezelt, wel⸗ ches vorn offen, und mittelſt farbiger Glaͤſer erhellt war. In dem Garten bemerkte ich ſymmetriſch ge⸗ reihte Baͤume, marmorne Waſſerbecken und Spring⸗ brunnen. Sein Gefolge ſtand in einer Linie um ihn her. Er empfing mich hoflich, und ſprach zu mir pomphafte Zierlichkeiten. Mit dem Imam Ali uͤber⸗ nachtete ich in Ahmed⸗Abad. Hier fanden wir Wohnung, Lebensmittel und alles Noͤthige. Ein jun⸗ ger Perſer begruͤßte mich in Verſen, welche er auf unſere gluͤckliche Ankunft gedichtet hatte. Von Ah⸗ med⸗Abad bis Merend ging unſer Weg zwoͤlf Stunden durch eine Wuͤſte, deren Boden trocken iſt, ohne voͤllig Sand zu ſeyn. Man ſieht Tamarinden, Brackwaſſer⸗Duellen, und auf der Haide Gazellen und Dammhirſche, Eidechſen und Chamaͤlevne. Der Skor⸗ vionen⸗, Vipern- und Schlangen⸗Biß iſt hier nicht giftig.
Merend, bei Strabo und Ptolemaͤus un⸗ ter dem Namen Morunda aufgefuͤhrt, iſt weniger eine Stadt, als ein Verein von 3— 4 Doͤrfern, deren Haͤuſer durch große Baumgaͤrten von einander geſchie⸗ den ſind. In dieſen ſammelt man Cochenille und


